Kurzfassung zur Art und Weise des Produzierens
Dienstag, 11. Dezember 2007, 20:13 Uhr
Abgelegt unter: Produktionsweise

Gesellschaft und Produktionsweise

 

Innerhalb der Gesellschaft bestehen Produktionsverhältnisse, die Antagonismen aufweisen, die sich im Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung darstellen.

Die jeweils vorherrschende Produktionsweise ist auch ihre beherrschende Wirtschaftsweise.

Die ökonomischen, politischen und kulturellen Bedingungen einer Gesellschaft stehen in relativer Selbständigkeit zueinander.

Die gegenwärtige Produktivkraftentwicklung, die die Reproduktionstechnologien allgemein zugänglich werden lässt, lässt die benötigte Arbeitszeit und die Wertformgrenze gen Null tendieren.

Die neue Produktionsweise führt zur Auflösung der Herrschaft der Unternehmensmacht, der Arbeiterklasse und seiner Organisationen sowie des Mitbestimmungsstaates.

Der Mensch wird in diesem Prozess zu einem gespaltenen Subjekt.

 

 

Arbeit und Wissenschaft

 

Durch den Zwang des Kapitals zur ständigen Revolutionierung der Produktivkräfte ist eine gesellschaftliche Produktionsweise mit neuer Qualität entstanden. Die Arbeitszeit - Quelle des Reichtums - die in der Produktion aufgewandt wird, wird durch Rationalisierung stetig reduziert; wobei lebendige von vergegenständlichter Arbeit zunehmend abgelöst wird. Es entsteht ein Produktivitätsüberschuss an Arbeitszeit.

Der Arbeiter und sein Arbeitsmittel stellten einst den Produktionsprozess dar. Danach drängte die Maschine (fixes Kapital) den Arbeiter in den Produktionsprozess und machte ihn zu einem bloßen Anhängsel desselben. Der Arbeiter verlor sein Arbeitsmittel. Die Wissenschaft tritt als Produktivkraft in Erscheinung.

Unter der handwerklichen Produktionsweise erhalten durch den Austauschprozess die hergestellten Produkte einen gesellschaftlichen Charakter. Durch das zwischenschieben der Maschine zwischen Arbeiter und Produkt wird die Arbeit des Arbeiters selbst vergesell-schaftet. Der Austausch steht nicht mehr im Bezug zum Arbeiter.

Die Arbeitsmittel sind Gradmesser der gesellschaftlichen Entwicklung.

Die Ersparung der Arbeitszeit im Produktionsprozess ist der Antagonismus der kapitalis-tischen Produktion. Einerseits rührt ihr Reichtum auf ihr, andererseits zwingt sie zu ihrer steten Reduzierung. So ist ein Überschuss an Arbeitszeit entstanden. Gleichzeitig setzt die Produktivkraft Wissenschaft den Wert der lebendigen Arbeit herab.

Wissenschaft wird selbst zum fixen Kapital, was zur Umwälzung der gesellschaftlichen Betriebsweise führt. Die Einführung des Internets hat zum aufweichen des gesellschaftlichen Arbeitsprozesses geführt.

 

 

EDV und Bewusstsein

 

Im Gegensatz zur marxschen Annahme ist das Bewusstsein nicht Ausgangspunkt im Menschwerdungsprozess, sondern Mittel zum Zweck. Nicht die Arbeitsteilung ist Ursache der Bewusstseinszustände oder der Trennung von körperlicher und geistiger Arbeit, sondern das Bewusstsein ist Motor und Transformator für Denkprozesse.

Wissenschaft schlägt in den 60ger Jahren des letzten Jahrhunderts durch den Ausbau des wissenschaftlich-technischen Hochschulsektors von quantitativem Wissen (Bewusstsein) in qualitatives Wissen um, wobei es als potenziertes Quantum an angewandter Arbeit als Faktor der Produktion einfließt. Die Tendenz zur Bildung des individuellen Gesellschaftskörpers hat an Materialität gewonnen; ebenso wie die Dynamik des Prozesses in dem die Arbeit aufhört Quelle des Reichtums zu sein.

Die Entwicklungstechnologie wird zur entscheidenden Produktivkraft. Der Computer als Informationsträger verwischt die Grenzen zwischen Natur- und Geisteswissenschaft. Mit dem Internet ist ein neues wertschöpfendes Arbeitsmittel entstanden.

 

 

Fordismus und Finanzkapitalismus

 

Höhere Produktionsverhältnisse gehen nie unter ehe ihre materiellen Existenzbedingungen innerhalb der alten Gesellschaft entstanden sind. Die Produktionsweise gibt den Eigentums-verhältnissen ihren Sinn, sie zeigt die jeweilige Organisationsform des Kapitals an.

Der zunehmende Ausschluss lebendiger Arbeit aus dem Produktionsprozess führt zu einem Wandel der Arbeitsbeziehungen. Durch die Entledigung von raumzeitlicher Begrenztheit erhalten die Produktivkräfte eine neue Mentalität; das ist Neuland für das Kapital. Durch die Selbständigkeit einer wachsenden Zahl von Wissenschaftlern und Entwicklern potenzieren sich die Entwicklungspotenziale der Produktivkräfte.

Die neue Produktionsweise weicht Nationalökonomien und transnationale Unternehmen durch Entlokalisierung der Beziehungen von Produktion und Steuerung, sowie der Austauschbarkeit der Produktivkräfte auf.

Während der Fordismus das Wachstum des Großunternehmens vermittels Risikostreuung der Produktion zum Ziel hatte, zeichnet sich der Finanzmarktkapitalismus durch Zentralisation der Verfügungsgewalt und Dezentralisation der Produktion aus. Es ist ein System der Investoren und Aktionäre, die auf kurzfristige Gewinnausschüttung fixiert sind. Das Handeln der neue Herrschaftsklasse wird so unabhängig von Staats- und Unternehmensinteressen.

 

 

Markt und Emanzipation

 

Die Beziehung die die Gesellschaft mit der Produktion verbindet ist der Austausch von Waren, Wissen und Bedürfnissen.

Bedürfnisse sind der Individualitätsindex der lebendigen Produktivkräfte. Das Verhältnis von gesellschaftlicher Arbeitszeit und persönlicher Freizeit zeigt den Grad der Produktion der Persönlichkeitsentwicklung an. Dabei muss der Mensch sich die freie Zeit in kollektiven Kämpfen aneignen.

Die Entfaltung der Subjektivität der Arbeitsweise ist dabei die Keimzelle der Kollektivität der neuen Produktionsweise. Diese Produktionsweise ist die Basis der Emanzipation der Selbstgestaltung. Hierbei geht es vor allem um die Auflösung des Widerspruchs zwischen entlohnter und unentlohnter Arbeit.

 



Dialektik
Sonntag, 25. November 2007, 14:58 Uhr
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Der Grundbegriff aller Erkenntnis ist die Bewegung!

 

Bewegen – im Althochdeutschen auch abwägen, erwägen, wagen; Altenglisch auch messen, Altisländisch auch schwingen. Die Wurzeln liegen in den Substantiven Weg, Woge, Wagen und Wiege; im späteren Niederhochdeutschen aber auch Gewicht, Wucht, Waage; hier entsteht dann auch die Differenzierung, die sich in dem Artikel „unentwegt“ widerspiegelt. Unentwegt sein lässt sich umschreiben mit „von der Stelle rücken“ oder „auseinander-bewegen“. Stellt man diese Begriffe in einen Kontext und subsumiert man sie einer Kategorie nach ergibt sich zweierlei: Bewegliches und Gewichtiges.

Dieser Exkurs in die Entstehungsgeschichte des Wortes „Bewegung“ dient als Beleg für die Tatsache das Bewegung an sich und für sich keine Bedeutung hat ohne sie in eine Beziehung zu setzen. Die erste und ausschlaggebende Beziehung der Bewegung ist die Geschwindigkeit.

Zum einen ist das relative Verhältnis von Bewegung und Geschwindigkeit zwischen einem beliebigen Beobachter und einem Lichtstrahl unter allen Umständen dasselbe und zum anderen ist dieses Verhältnis nur messbar, indem man es in ein Bezugssystem stellt. Jetzt kann die Bewegungsgeschwindigkeit gemessen werden, wenn man sie in ein Abhängigkeits-verhältnis stellt zu Raum, Zeit, Energie und/oder Materie.

 

Die allgemeinste Form der Bewegung ist die Ortsveränderung eines Stoffs innerhalb eines Bezugssystems. Die Erkenntnis über jedwedem Einzelgebilde erhält man indem man dieses nach Art und Weise analysiert. Wobei sich die Bewegungsweise sowohl gleichförmig, wie auch ungleichförmig äußern kann und das Bezugssystem ein Konstrukt des Geistes ist und willkürlich (unnatürlich) als ruhend dargestellt und dem zu untersuchenden Stoff aufgestellt wird, oder anders gesagt: der zu untersuchende Stoff wird einem Gesamtgefüge, welches die Begrenzung des Untersuchungsinhalts vorgibt - dem Bezugssystem - eingegliedert.

 

Der Beginn aller Geschichte, wie wir sie kennen, leitet sich ab aus der Zurückrechnung der Entwicklung des Universums bis zu dem Punkt, an dem die Gesetze der Naturwissenschaft keine Anwendbarkeit mehr finden. Diese Zurückrechnung erfolgt durch das Auffangen der kosmischen Hintergrundstrahlung, die als elektromagnetische Reststrahlung des Urknalls, aus einer Zeit rund 300.000 Jahre nach demselben stammt und aus jeder Richtung des Kosmos kommt. Die ersten Elemente (Materie) waren Wasserstoff und Helium, aus denen sich das gesamte Universum mit seinen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Sonnensyste-men, wie auch das Unsrige mit samt unserem Planeten, entwickelte.

 

Die uns bekannten physikalischen Gesetze haben für den Beginn des Universums keine Gültigkeit. Aus dem Zurückrechnen der Auseinanderbewegung der Galaxien ergibt sich eine Dichte und Temperatur, sowie eine Ausdehnungsgeschwindigkeit, die in keine fassbare Kategorie gestellt werden kann. In der Entstehungsphase des Universums standen Strahlung und Materie im ionisierten Zustand im Temperaturgleichgewicht. Mit der Ausdehnung und gleichzeitigen Abkühlung des Universums vereinigten sich Protonen und Elektronen zu elektrisch neutralem Wasserstoff; die Photonen, Teilchenströme, die sich stets mit Lichtge-schwindigkeit bewegen und im Ruhezustand nicht existieren, konnten so in Licht entweichen.

Aus diesen Erkenntnissen schlussfolgern Astrophysiker, dass es beim Urknall eine gebro-chene Symmetrie von Materie und Antimaterie gegeben haben muss, weil beide, wenn sie aufeinander treffen, sich gegenseitig aufheben; da es aber Materie gibt, die nur 5% von allem Vorhandenen ausmacht, muss sie in einer größeren Menge vorhanden gewesen sein.

 

 

Der Anfang ist unmittelbar gegeben, er ist. Folglich ist der Anfang ein Sein – Stofflichkeit und Energie. Diese ist zugleich sie selbst und die Elementarform der Materie. Die Stofflich-keit ist zugleich Materie und Antimaterie. Daher ist sie Anfang und ist auch nicht, d.h. der Anfang ist bestimmt als Werden, als Einheit von Sein und Nichtsein. Das Werden schließt das Moment des Vergehens der Stofflichkeit und Energie und der Entstehung der eigentlichen Materie ein. Das Werden bleibt als erinnertes Reproduktionsmoment in aufgehobener Form erhalten. Das Werden ist die Einheit dessen, was ist, mit dem, was nicht ist; es hat somit zwei Seiten: Entstehen und Vergehen. Das Werden ist ein Widerspruch. Seine Seiten sind noch nicht bestimmt, aber unmittelbar gegeben. Das Werden ist die erste Negation: Stofflichkeit ist Energie. Die Negation der Negation: die Stofflichkeit ist als Stofflichkeit vor allem Materie. Sie erhält aus der Bewegung einen Wert. Der Anfang ist also eine Einheit aus Sein und Nichtsein der Materie, d.h. ein Werden.

 

Mit dem Beginn der rekonstruierbaren Gesetzmäßigkeiten beginnt Geschichte, zugleich die Geschichte der Logik und die Logik der Dialektik.